Mantrailingausrüstung

Für das Mantrailing benötigt man folgende Primärausrüstung:

Geschirr

Schleppleine

Festes Schuhwerk

Belohnung

Wasser

Geruchsstoff

Halsband

 

Es gibt noch weitere nützliche Sachen, die ich hier als Sekundärausrüstung bezeichne:

Handschuhe, Signalweste für Hund und Hundeführer, Mobiltelefon, Schutzbrille und Schutzkappe, Leuchthalsband und Stirnlampe.

 

Die Primärausrüstung benötige ich unbedingt. Ohne diese Sachen geht es nicht.

Das Geschirr

 

Mantrailing ohne Geschirr geht nicht. Warum ist das Geschirr aber so wichtig? Der Hund soll durch das Anlegen des Geschirrs auf das Trailen vorbereitet werden. Deshalb soll sich das Alltagsgeschirr auch vom Trailgeschirr unterscheiden.

Im Alltag ist das Ziehen des Hundes nicht erwünscht, beim Trailen jedoch wollen wir einen leichten Zug des Hundes haben. Der Hund soll also lernen, zu unterscheiden, ob er ziehen darf oder nicht. Da Hunde im Kontext lernen, ist es also wichtige, ein extra Geschirr für das Trailen zu haben, und in der Freizeit ein anderes Geschirr zu nutzen oder ein Halsband.

 

Aber welches Geschirr ist das richtige zum Trailen?

 

Das Geschirr sollte gut sitzen, es sollte den Hund nicht behindern. Beim Kauf des Geschirrs, sollte es immer am Hund anprobiert werden. Folgende Punkte sollten bei der Anprobe beachtet werden.

Der Brustgurt:

Viele Hunde haben beim Trailen die Nase tief. Deshalb ist darauf zu achten, dass der Brustgurt nicht zu hoch sitzt, er darf den Atemweg des Hundes nicht einengen. Der Hund hat beim schnüffeln eine hohe Atemfrequenz. Eine eingeengte Luftröhre behindert den Hund. Zuggeschirre haben einen V-förmigen Brustgurtausschnitt, der den Hund beim Atmen nicht behindert.

Der Bauchgurt:

Wenn das Geschirr angelegt ist und der Hund gerade steht sollte mindestens 2-3 Fingerbreit Platz zwischen Vorderbeinen und Bauchgurt liegen. Ist dieser Abstand nicht vorhanden, so kann der Bauchgurt in die Achsel schneiden.

Ringöse:

In die Ringöse wird der Karabiner der Schleppleine gehakt. Diese Ringöse sollte beim Trailgeschirr nicht zu weit hinten liegen, gut ist wenn die Ringöse auf Höhe der Schulterblätter liegt. Liegt die Ringöse wie bei Zuggeschirren zu weit hinten, nehmen wir zu stark Einfluss auf Die Richtung des Hundes, d.h. Bei starken Zug wir das Becken des Hundes seitlich bewegt und der Hund läuft schief. Bei richtigem Lesen des Hundes könnte dieses schiefe Laufen aber bei der nächsten Kreuzung falsch gedeutet werden.

Wir sehen, es ist nicht ganz einfach das richtige Geschirr zu finden. Oben habe ich geschrieben, dass ein Zuggeschirr in Bezug auf den Halsausschnitt oft sehr gut ist, die Atmung wird nicht behindert. Jedoch sitzt die Ringöse meist recht weit hinten.

Es gibt aber Zuggeschirre die zwei Ringösen haben.

 

Manche Geschirre haben auch Griffe, diese sind nicht schlecht, können wir damit dem Hund beim Verlassen des Fahrzeuges oder beim Einsteigen in das Fahrzeug unterstützen.

 

Dann gibt es Geschirre noch mit Reflexstreifen. Meist nicht sehr breit. Oder nicht an jeder Seite vorhanden. Es gibt mittlerweile Signalwesten für Hunde. Diese sind durch die Signalfarbe auch bei Tage sehr deutlich zu erkennen und haben für die Nacht breite Reflexstreifen. Ein Leuchthalsband vervollständigt dann die Sichtbarkeit in der Dunkelheit oder im Nebel. Ja Mantrailing kann und wird bei jedem Wetter und Tageszeit durchgeführt.

 

 

Anheftbare Klettschilder sind ein netter Gag aber nicht erforderlich.

Schleppleine

Die Schleppleine sollte eine Länge zwischen 5 und 10 Metern haben. Ich empfehle 10 Meter zu nehmen.

Schleppleinen gibt es in unterschiedlichen Materialausführungen. Welsches Material ist ideal, tja darüber streiten sich die Gelehrten. Am Anfang ist das Material und die Länge der Schleppleine nicht so wichtig. Da reicht auch eine 5 Meter Textilleine für ein paar Euro aus.

Ideal ist, wenn man sich vor dem Kauf einer ordentlichen Schleppleine, einige testen kann. Das Handling mit der Schleppleine ist Entscheidend für den Erfolg auf dem Trail. 

Hier eine kleine Auswahl:

Textilleine: Vorteil ist, sie sind Preisgünstig. Nachteil ist, sie entwickeln große Hitze bei schnellen Hunden, wenn man die Leine durch die Finger gleiten lässt. Wenn man bei Nässe trailt saugen sie sich mit Wasser voll.

Biothane Leine: Vorteil ist, sie sind Nässe unempfindlich. Sie sind auch in Signalfarben erhältlich. Nachteil ist der hohe Anschaffungspreis. Es ist mit ca. 40 Euro bei einer 10 Meter Leine zu rechnen. Weiterhin sind sie nicht sehr elastisch und ein Leinen Ruck überträgt sich direkt auf den Hund.

Lederleine: Vorteil bei diesem Material ist, Leder ist sehr elastisch und somit werden Leinenrucks nicht so direkt übertragen. Bei Verwendung von Fettlederleinen sind diese  bei guter Pflege auch relativ unempfindlich gegen Nässe. Nachteil ist der hohe Anschaffungspreis.

Es gibt noch einige andere Leinen Arten. Dazu möchte ich aber nichts sagen, da ich keine persönliche Erfahrung gemacht habe.

Bei den Schleppleinen trifft das Motto, probieren geht über studieren, zu.

 

Belohnung

Eines der wichtigsten Mittel, um den Hund zu motivieren, etwas für uns zu machen. Leider wird es auch sehr unterschätzt. Wichtig dabei ist, dass der Hund sich seine Belohnung selber aussuchen sollte. Immer wieder erlebe ich es, dass Hundeführer für die ersten Trails, abgezählte Trockenfutter Stücke mitbringen.

Der Hund soll etwas machen, was er vorher noch nie gemacht hat, er weiß nicht was von ihm verlang wird und wozu es gut sein soll. Wo ist der Vorteil für ihn?

Jeder Hundeführer sollte sich einmal folgendes vorstellen. Der Chef ruft Herrn Müller zu sich und sagt ihm. "Herr Müller, wir möchten sie gerne von ihren jetzigen Arbeitsplatz an einen Anderen mit einer anderen Tätigkeit versetzen. Das neue Aufgabengebiet ist anspruchsvoller und fordert ihre ganze Aufmerksamkeit."

Seien wir doch ehrlich, was uns daran als Erstes interessiert ist, Aufgabengebiet anspruchsvoller....bekomm ich jetzt auch mehr Kohle???

Bei Hunden ist das nichts anderes. Später, wenn die Hunde am Trailen Spaß gefunden haben, ist die Belohnung nicht mehr ganz so wichtig. Wenn ein Hund nicht gut arbeitet, so kann es an der falschen Belohnung liegen.

Einer Kundin hatte ich einmal vorgeschlagen, zu Hause zu testen, welche Belohnung ihr Hund am liebsten hat, weil ihr Hund auf dem Trail etwas  unmotiviert wirkte. Sie probierte verschiedene Futterbelohnungen aus. Die Belohnung, auf die ihr Hund am stärksten reagierte, brachte sie dann mit. Ich ließ den Hund an der Versteck Person mit der Belohnung schnuppern. Danach brachte ich die Versteckperson in das Versteck. Das Suchverhalten des Hundes war ein ganz anderes wie eine Woche zuvor. Seid dem lief alles viel besser. Es muss aber kein Leckerchen sein, es können auch Spielsachen, Streicheleinheiten oder nur die Stimme sein. Der Hund entscheidet.

Schuhwerk

Beim Trailen seid ihr zu Fuß unterwegs und legt doch einiges an Strecke zurück. Dabei betretet ihr unterschiedliche Untergründe unter verschiedenen Witterungsverhältnissen. Ihr geht über Asphalt, Schotter, Rasen, Kopfsteinpflaster, Holzbrücken, Waldboden. Ihr müsst Treppen rauf und runter gehen. Es kann auch sein dass ihr Böschungen rauf oder runter laufen müsst, je nach dem wo euch euer Hund herführt, weil der Hund bestimmt den Weg. Deshalb ist es wichtig festes Schuhwerk mit einer gut profilierten Sohle zu tragen.